Warum „persönliche Befindlichkeiten“ keine Störungen im Arbeitserfolg sind

Inhaltsangabe

Hallo!

„Ich habe das Gefühl, immer mehr persönliche Befindlichkeiten stehen im Vordergrund – anstatt die tatsächliche Arbeit“, höre ich von Führungsverantwortlichen.

Dieses Thema ist in Führungsarbeit aktuell. Nicht neu, jedoch allgegenwärtig und für so manche Führungskraft herausfordernd.

Hin und wieder überrasche ich Kund:innen, wenn ich beim Problem zu viele Befindlichkeiten sage: Das kann ein gutes Zeichen sein, dass es mehr wird. 😉

In dieser News gehe ich darauf ein:

  • Was mit dem Begriff Befindlichkeiten gemeint ist
  • Welche Konsequenzen bei Unterdrückung von Emotionen die Folge sind
  • Wie du mit einfacher Methode das Thema (Problem) löst

Viel Vergnügen!

Gabriele

"Wie können wir dafür sorgen, dass diese Befindlichkeiten ein für allemal aufhören?"

Als Führungskraft verstehst du Gedanken oder Anliegen wie diese vielleicht. Manchmal soll es einfach schnell, klar und unkompliziert gehen. Da scheinen emotionale Befindlichkeiten keinen Platz zu haben. Sie kosten lediglich Zeit und halten vom Wesentlichen ab.

Doch, kommen diese Empfindungen wirklich immer aus dem Team? Ich vermute, auch du als Führungskraft äußerst manchmal welche. Vielleicht benennst du sie dann anders und sprichst von strategischen Bedenken oder Klärungsbedarf. Das ist menschlich, gut und Teil der Arbeit.

Ein wichtiger Punkt beim Thema Befindlichkeiten ist es, die Perspektive zu ändern: Wenn sich dir Mitarbeitende emotional mitteilen, ist das in erster Linie ein Zeichen von Vertrauen. Sie wählen dich für ihr Anliegen und ihre Offenheit. Das ist keine schlechte Sache, sondern die Einladung an dich, ihre Absichten zu erkennen und zielgerichtet zu steuern.

Das, was viele als lästige Befindlichkeit deuten, ist selten eine schlechte Laune der Adressaten. Es ist immer ein Signal. Es ist der ehrliche, wenn vielleicht manchmal ungeschickte Versuch der Person, auf ein systemisches Problem hinzuweisen: Auf Unklarheiten in Arbeitsabläufen, Fehler in der Aufgabenverteilung, Leistungsprobleme oder Mängel in der Kultur.

Wer daher seinem Team mitteilt, „dass diese Befindlichkeiten aufhören müssen“, wird teuer dafür bezahlen.

Wem es jedoch gelingt, bei Befindlichkeiten
nicht auf Widerstand oder Flucht zu gehen, gibt sich und der tatsächlichen Sache die notwendige Aufmerksamkeit. Sorgt somit, richtig geführt, für entscheidende Erkenntnisse.

Das bedeutet für’s Team: Es braucht keine Angst davor zu haben, den Mund aufzumachen.
Was das Fundament leistungsstarker Teams auch braucht.


Wenn du die Haltung einnimmst, dass emotionale Mitteilungen aus dem Team wichtige Informationen sind, deckst du verborgene Risiken auf, erkennst du Probleme im Prozess schneller, und kannst Motivationsstörungen rechtzeitig eliminieren.

Dann schöpfst du aus Befindlichkeiten echten Mehrwert – und stärkst gleichzeitig die Verbundenheit mit und im Team.

Wer mit Absicht führt, schafft erwünschte Zukunft.

Das passiert, wenn Emotionen unterdrückt werden.

Sachliche Pflicht statt echter Verbundenheit.

Es dürfen die Emotionen nicht unterdrückt, sondern die dahinterliegenden Bedürfnisse entschlüsselt und in wirksame Leistung verwandelt werden.

Ich treibe es kurz ein wenig auf die Spitze und stelle die Frage: Was würde ein emotionsloses Team bedeuten?“

Der Stopp von emotionalen Befindlichkeiten, und:

  • Das Sterben von Kreativität. Emotionen treiben unsere Neugier an, auch lassen sie uns Frust spüren. Fehlt uns dieser emotionale Motor, gibt es keinen Grund für mutiges Handeln oder begeistert sein.
  • Das Fehlen von Inspiration und Motivation. Wenn sich Mitarbeitende emotional nicht dem Unternehmen verbunden fühlen, bleibt nur noch Motivation von außen zB Gehaltsforderungen. Im Innern haben sie gekündigt.
  • Das Ausbleiben von Entwicklung für Wachstum. Frust, Angst, Zweifel oder Konflikt sind Signale die wichtige Hinweise geben. Werden sie ignoriert, nehmen sie an Kraft und spürbarem Druck zu.
  • Soziale Isolation. Ohne Empathie und Vertrauen funktioniert keine Teamarbeit. Soziale Kompetenz ist Voraussetzung für erstklassige Teamleistung und echt starke Zusammenarbeit.
  • Eine patriarchale Haltung in Führung. Gehorsam statt Eigenverantwortung. Eine:r bestimmt, was für alle gleich gilt. Davon gilt es sich in jeder Hinsicht zu distanzieren.

Emotionen geben Feedback und zeigen Absicht(en). Sie machen deutlich, was auf sachlicher Ebene noch nicht erkannt wurde. Mit ihrer Klärung gelingt Bewusstsein für entscheidende Entwicklung.

Vom Gefühl zur Lösung.

Emotionale Mitteilung als Hebel zum Ergebnis.

Mit folgender Anleitung kommst du von einer emotionalen Äußerung, zur konkreten Lösung:

Schritt 1

  • „Was ist der Kern des Anliegens?“ Was zeigt sich hinter dem Bedürfnis für ein Anliegen? Was ist die Ursache – nicht das Symptom.
  • Das erfährst du, wenn deine Haltung auf echtes Interesse und nicht auf Abwehr oder Widerstand steht.

Schritt 2

  • „Danke für das Ansprechen dieser Sache. Was brauchst du, um …?“
  • Frage die Person nach ihrer Erwartung und Lösung, bevor du Feedback und Lösung zur Sache gibst.

Schritt 3

  • Ziel und Maßnahmen definieren.

Menschliche Dynamiken müssen von Führungskräften verstanden und klug gesteuert werden. Denn jede geäußerte Befindlichkeit ist ein Hinweis auf ein Problem im Arbeitsprozess.

Mit diesen drei Schritten kommst du von einer emotionalen Mitteilung zur Klärung der Ursache, mit Definition gebrauchter Maßnahmen. 

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