Kooperation vs. Kundenorientierung

NOTIZ AUS COACHING FÜHRUNG

Huhn vs. Ei – was ist wichtiger?

Kooperation vs. Kundenorientierung – worauf kommt es an?

Zwei Führungskräfte tauschten sich aus: Während die eine Führungskraft erläuterte, wie wichtig es sei, dass sich das Team mehr am Kunden orientiert, gab die andere Führungskraft zu bedenken, dass man sich erst darum kümmern müsse, dass das Team besser zusammenarbeitet.

Ein Gespräch beim gemeinsamen Kaffee, woraufhin die Frage gestellt wurde: Was hat Priorität? Mit dieser Frage stiegen wir ins anschließende Coaching ein.

Ohne Kundenorientierung fehlt der Kooperation die Richtung. Und ohne Kooperation innerhalb des Teams wird gemeinsame Leistungserbringung schwierig.

! Kooperation ist kein Selbstzweck, sondern muss auf den Unternehmenszweck ausgerichtet sein.

Das Ziel eines Unternehmens ist es, Kundenbedürfnisse zu erfüllen und damit Gewinne zu erwirtschaften. Dafür braucht es Kundenorientierung. Das bedeutet: Die Mitarbeitenden im Unternehmen wissen, welchen Nutzen das Unternehmen für seine Kunden erbringt und was ihr eigener Beitrag dazu ist – und mit welchen Personen im Team sie dafür kooperieren müssen.

Das eine trägt das andere – wobei ohne Kund:innen letztlich auch keine Teams gebraucht werden.

Eine Perspektive, die ich in Coachings mit Teams gerne aus mehreren Perspektiven betrachte. Denn nicht jeder Fachkraft ist aus vergangenen Jobs, Erfahrungen oder erworbenem Wissen bewusst, wie sehr Kundenorientierung „in allen Abteilungen“ zählt.
Dass dies nicht bloß für Verkaufs- oder Beratungsteams gilt.

Als direkte Führungskraft ist es wichtig, dem Team immer wieder aufzuzeigen, auf welche Weise ihre Beiträge wirksam sind. Und auch, welche Auswirkungen es hat, wenn der Beitrag fehlt.

Zeige deinen Leuten, wie ihr Handeln zum Ergebnis beiträgt.

Haben Mitarbeitende das Gefühl, ihre Arbeit sei nur von geringer Bedeutung, siehst du das am Ergebnis. Dann suchen sie sich Beschäftigung, setzen eigene Prioritäten und verfolgen eigene Ziele – meist fernab vom Unternehmensziel.

Schon mal beobachtet, wie aus Langeweile eine Störung entstehen kann?

Schaffst du als Führungskraft wichtige Voraussetzungen für eine gute Kooperation innerhalb deines Teams, kannst du zeitgleich die notwendige Orientierung in Richtung Kund:innen sicherstellen:

  • Sorge dafür, dass Aufgaben und Rollen innerhalb des Teams vereinbart und klar sind. Dass weder Konflikte noch unausgesprochene Erwartungen die Zusammenarbeit stören.
  • Aufgaben und Beiträge haben innerhalb des Teams einen ähnlich hohen Stellenwert. Prioritäten richten sich am gemeinsamen Ziel (Kundennutzen, Kundenbedarf) aus – und sind gleichmäßig verteilt. Interessen und Wirksamkeit dienen der Unternehmensvision.
  • Das Team blickt in dieselbe Richtung. Das investierte Engagement aller dient der Erreichung vereinbarter Ergebnisse. Lernen erfolgt von allen und Entwicklung zielgerichtet.
  • Konkurrenz wird ausgeschlossen. Kompetenzen sowie individuelle Stärken werden ohne Kampf angemessen eingebracht. Weder Neid noch Selbstabwertung bestimmen die Zusammenarbeit – auch werden Wissen oder Informationen nicht vorsätzlich zurückgehalten.
  • Fördere und fordere Durchführungspflicht, damit alle darauf vertrauen können, dass Verantwortung übernommen und Vereinbartes umgesetzt wird. Daraus wachsen Sicherheit und Zutrauen. Mit wiederholter Anwendung von Können und dem Zutun aller steigen gleichzeitig Anerkennung und Wertschätzung.

Orientieren sich die Aufgaben und gemeinsamen Ziele am unternehmerischen Ziel, lassen sich Kooperation und Kundenorientierung von dir als Führungskraft vereint steuern.

Die Frage ist nicht, ob das eine oder das andere – sondern sowohl als auch.

Beobachte heute und in den kommenden Tagen, was dein Team macht, das zur Kundenorientierung beiträgt, und ob oder wie alle zu einer guten Zusammenarbeit (siehe aufgelistete Punkte) beitragen.

(Visited 1 times, 1 visits today)