Bildung Lernen Entwicklung Schule

Lernen begleitet uns ein Leben lang – Lernen und Lehren ist ein Privileg.

absichtl!ch nachgefragt: Führungs-Persönlichkeiten bei mir im Interview. Ich begrüße Manuela Radler:

Du bist Hochschullehrende, Qualitätsbeauftragte für Schulqualität, Schulentwicklungsberaterin beim Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Unser erstes Aufeinandertreffen fand durch eine sehr humorvolle Verwechslung statt, was kurzerhand dazu führte, dass wir uns schnell auf sehr persönliche Weise kennenlernten.

Persönliche Entwicklung, Führung, Lebenseinstellung – sind Themenbereiche, über welche wir uns jederzeit, tiefgründig unterhalten und austauschen können. Dein umfangreiches Wissen, Engagement und dein Mut zur Veränderung, vor allem in deinem Fachbereich, begeistern mich bei jedem unserer Gespräche. Danke für deine Zeit zum Gespräch.

Manuela, du hast immer Ziele vor Augen und deine Leidenschaft für dein Tun ist sicht- und hörbar.

Meine Profession ist Pädagogin. Und dabei mein Ziel: Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten und ihnen zu vermitteln, dass Wissen und Bildung unbezahlbare „Geschenke“ unseres Alltags darstellen.

Erwirb neues Wissen, während du das Alte überdenkst, so wirst du anderen zum Lehrer. (Konfuzius)

Wann hast du die Führung für dich übernommen? Wie wurdest du, was du heute bist?

Schon immer hatte ich das Gefühl, etwas bewegen zu müssen, Menschen in unterschiedlichen Situationen begleiten zu wollen und selbst immer ein wenig außer der Norm befindliche Dinge zu versuchen. Das war nicht immer einfach, wenn die eigene Umwelt die Norm als das einzig RICHTIGE anerkennt. In diesem Vakuum des Seins wird man kreativ, um Wege für sein Tun beschreiten zu können. 

Lernen begleitet uns alle ein Leben lang, Lernen und Lehren ist ein Privileg, das ich mir einerseits durch meine Berufswahl und das Studium zur Pädagogin erschaffen habe, andererseits wurde mein Tun im Bildungssystem noch intensiviert, in dem ich eine Ausbildung zur systemischen Organisationsberaterin erfolgreich abgeschlossen und ein Studium für innovatives Bildungsmanagement absolviert habe.

Auch im sportlichen Bereich bist du sehr aktiv:

Ja, ich durfte unter anderem auch noch eine Ausbildung zur Skitrainerin abschließen, die meine heutige Arbeit als Schulqualitätsmanagerin auch immer wieder erfolgreich beeinflusst.

Ziele verfolgen, gute Selbst- und Menschenführung sowie gemeinsame Erfolge forderst und förderst du:

Ziele zu verfolgen, die richtigen Maßnahmen zu setzen und dann letztendlich eine kritisch reflexive Haltung im eigenen Tun zu üben, ist nicht nur ein Erfolgsfaktor im Sport, auch im täglichen Schaffen sind diese Faktoren wesentliche Säulen des Erfolgs.  

Besonders in Zeiten großer Herausforderungen, sind wir gefordert, kreative Lösungen zu finden und ein Miteinander durch Wertschätzung und Respekt zu leben.

Wie erlebst du/ihr die aktuelle Covid-19-Situation?

Gerade jetzt, wo der Schulalltag zu Hause stattfindet, plötzlich „Distance Learning“ eine geforderte Unterrichtsmethode ist, sind Eltern, Schüler*innen und Lehrer*innen in einem Prozess, der allen Beteiligten viel abverlangt. Die ersten Wochen haben gezeigt, wie unglaublich rasch die Forderung des Bildungsministeriums nach einer Digitalisierung des Unterrichts nun umgesetzt wurde. Das zeigt mir, dass Schule trotz starrer Strukturen in einer Situation der Krise Kreativität, Flexibilität und Professionalität beweist. Genau das sind für mich Indikatoren, die wir in der Arbeit mit Schüler*innen und Jugendlichen nie vergessen dürfen.

Lehren ist Lernen (aus Japan)

Du vermittelst deinem Umfeld in unterschiedlicher Weise, dass Wissen und Bildung unbezahlbare Geschenke sind. Was bedeutet für dich Lernen und Lehren heute?

Für mich bedeutet LERNEN ein Ausprobieren unterschiedlicher Methoden, Wege und Denkstrukturen. Dabei Fehler machen zu dürfen, ist die hohe Kunst eines vertrauensvollen Entwickelns, ohne Angst und Beschränkungen mit einer Verantwortungsübernahme aller beteiligten Personen. Keine einfache Übung! Immer wieder werde ich von Studierenden gefragt, ob Sie auch eigene Ideen einbringen dürfen, oder die Reproduktion der von mir vorgetragenen Inhalte genügt. Ich bin immer wieder erstaunt, dass junge Menschen, die ein Abitur geschafft haben, noch immer daran glauben, dass reproduziertes Wissen, für zukünftige Bildungsverankerung genügt. NEIN, keineswegs! Wir benötigen individuelle Entwicklungsprozesse, die aufzeigen, dass Persönlichkeit ein wertvolles Gut ist, welches gelebt und gezeigt werden muss/darf/kann/soll. 

„Distance Learning“ als Chance in Richtung Kompetenzerwerb!

Genau jetzt haben wir auch eine Chance, dass selbständiges, selbsttätiges und eigenverantwortliches Lernen passiert, sodass Schüler*innen stolz auf ihre Leistungen sein dürfen und in dieser Verantwortungsübernahme auch reflektiert auf die Eigenleistungen blicken. Gleichzeitig wird dabei das Wissen um das eigene Können, aber auch der Entwicklungspotentiale deutlich und somit liegt die Entscheidung in Richtung Erfolg beim einzelnen Schüler/der einzelnen Schülerin und nicht ausschließlich bei den Pädagog*innen. Eine Kompetenz, die für die zukünftige Berufslaufbahn von entscheidender Bedeutung ist.  

Ich bemerke auch, dass von offizieller Seite nun ein wirklich vielfältiges Angebot für Schüler*innen und Pädagog*innen erstellt wurde.

(Hilfreiche Links sind dabei unter www.bmbwf.gv.at zu finden. Sollte es dazu explizite Anfragen geben, habe ich eine brauchbare Liste unterschiedlicher Links und Lerntools zusammengestellt.)

(Quelle: pixabay)

Für dich bieten Veränderungen viel Potential. Du siehst darin Chancen und nimmst die Herausforderungen aktiv an. Wenn es Möglichkeiten zur Verbesserung gibt, bist du an erster Stelle. Wo siehst du aktuell Potential zur Veränderung, Entwicklung?

Das Bildungssystem mitten in einem Paradigmenwechsel – was ein Virus schafft, dauerte davor viele Generationen! (Manuela Radler)

Das Bildungssystem war in den letzten Jahren ständigen Veränderungen unterworfen. Die Zeit, um diese Veränderungen zu implementieren und neue Wege zu beschreiten, reichte nicht aus, daher fühlte man sich im System Schule gehetzt und es ließ das Gefühl entstehen, man komme dem Ziel eines veränderten Unterrichts nicht näher.

Erlässe, Verordnungen und Gesetze sollten die Vorhaben seitens der Bildungsverantwortlichen beschleunigen. Aus meiner Sicht ist das aber nicht vollständig gelungen. Die verantwortungsvolle Begleitung und die Ideologie gelingender Beratung könnte zukünftig dieses Dilemma eliminieren. 

In dieser Zeit der Krise bemerke ich, dass es wieder möglich geworden ist, miteinander in den Dialog zu treten. In welcher Form auch immer, aber die individuelle Auseinandersetzung mit der Einzelperson, oder eben ganzer Schulteams ermöglicht in kurzer Zeit, den Blick auf das Wesentliche zu richten. Ein Arbeitsprinzip, das ich auch vor der Krise schon immer gelebt habe. Ich hoffe darauf, dass gerade das Bildungssystem sich auch zukünftig der dialogischen Auseinandersetzung und der Partizipation zuwendet. 

Das NEUE/ALTE im Bildungsprozess – Lernen findet IMMER statt, nicht nur in den Gebäuden, die Schulen genannt werden. (Manuela Radler)

Was möchtest du den Lesern noch absichtl!ch mitteilen?

Ich möchte in dieser Zeit nicht nur erzählen, wie ich Schule und die damit verbundene Entwicklung sehe, sondern ich darf allen Mut machen, denn LERNEN und ENTWICKELN sucht sich Orte, Zeiten, Methoden, Inhalte und Instrumente, die der Situation angepasst sind, selbst und hat dann den positiven Aspekt inne, dass Lernen nicht etwas ausschließlich Konstruiertes, sondern auch ein intrinsisch motiviertes Handeln ist.

Genau diese Tatsache macht Mut, dass nicht das „WAS“ sondern das „WIE“ und mit „WEM“ entscheidend ist, wie Lernen gelingt.

In diesem Sinne wünsche ich mir mutige, verantwortungsvolle, ideenreiche, kritische, begeisterte und zielorientierte Menschen im Lehr- und Lernprozess. Und, bleiben Sie gesund! 

Danke!

Frau Manuela Radler – Hochschullehrende, Qualitätsbeauftragte für Schulqualität, Schulentwicklungsberaterin beim Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Linkedin-Kontakt


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